Wenn das nicht "Emotionen" auslöst ...
Ausverkauf: Thunfisch in Öl, frisch gestrandet. MusicArtEmotions ist nicht nur eine "Plattenfirma". In Zukunft werden wir immer wieder auch Stellung zu Themen nehmen, die uns bewegen ...
so wie jetzt zur Öl-Katastrophe, die sich an der US-amerikanischen Küste ankündigt. Die Natur zeigt uns mal wieder, wie gefährlich unser Umgang mit den Rohstoffen dieser Erde wirklichist. Egal ob die Entsorgung des Atommülls oder nun wieder mal eine Öl-Plattform, die mit großem Getöse im Meer versinkt. Das Erdöl, dass sie fördern sollte, strömt nun ungehindert ins Meer und wird wohl einen riesigen Küstenstreifen verschmutzen, Tiere werden sterben und wir Menschen sind mal wieder die Verursacher all den Übels.
Solange nichts geschieht, keine "Unfälle" passieren, ist alles gut, aber wenn dann so eine Öl-Plattform explodiert, sollte auch dem letzten Menschen klar sein, mit welchen Dingen wir Menschen hier umgehen. Wir denken, das es mehr als an der Zeit ist, dass wir unser Verhalten ändern, endlich respektvoll mit den Resourcen der Natur umgehen. Weil wir uns letztendlich immer nur selbst schaden. Die Auswirkungen einer Ölpest erleben wir am Ende bei unseren Nahrungsmitteln ... Wer möchte schon gern Erdöl essen!?
Interviews und Hintergrundinformationen zur Katastrophe:
Welche Bedrohung stellt die Ölkatastrophe für das Ökosystem im Golf von Mexiko dar?
Nugues: „Der Golf ist ein wichtiges Fischfanggebiet. Außerdem sind dort viele Seevögel, Delfine, Alligatoren und Wale beheimatet. Es ist schwer vorherzusagen, was der Ölteppich dort anrichten wird. Wie weit er sich ausbreitet, hängt stark vom Wetter ab. Sollte er das Festland erreichen, wird es auf jeden Fall große Schäden geben. In den küstennahen Feuchtgebieten befinden sich die Laichgebiete und Brutstätten von zahlreichen Krebstieren, Fisch- und Vogelarten. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Strömung das Öl zu den Florida Keys treibt und das Korallenriff dort gefährdet.“
Welche Schäden kann das Öl am Riff verursachen?
Nugues: „Das Riff ist bereits durch den Klimawandel und vom Menschen verursachte Verschmutzung angegriffen. Das Öl könnte den Zerfall der Korallen noch verstärken und damit das gesamte Ökosystem zerstören. Das Riff zeichnet sich durch mehr als 60 verschiedene Korallen und einen großen Artenreichtum von Fischen sowie wirbellosen Tieren aus. Das Öl greift nicht nur die Korallen selbst an, sondern beeinflusst auch deren Wachstum und Fortpflanzung negativ. Die Bestände sinken. Diese Effekte treten bereits auf, wenn Korallen über eine lange Zeit einer geringen Ölkonzentration ausgesetzt sind. Zum Glück ist die Katastrophe nicht während der Laichsaison passiert.“
Was macht das für einen Unterschied?
Nugues: „Dadurch bleiben wenigstens die Korallen-Larven, die von August bis Oktober schlüpfen, von der Ölpest verschont – sollte der Teppich bis dahin beseitigt sein. Nach dem Schlüpfen schwimmen die Larven direkt zur Wasseroberfläche, wo sich der Großteil des Öls befindet. Das würde viele von ihnen töten. Allerdings kann das Öl auch die Entwicklung der Eier schädigen, die zurzeit innerhalb der Korallen heranwachsen.“
Könnte die gesunkene Ölplattform in ferner Zukunft zu einem künstlichen Riff werden?
: „Es ist schon vorstellbar, dass Tiere aus der Tiefsee sie irgendwann erobern werden. Das wird aber sehr langsam gehen, und es werden nur sehr wenige Arten sein. Die Plattform liegt in 1500 Metern Tiefe, was für viele Riff-Tiere zu tief ist.“
Was man nicht weiß, macht mich nicht heiß?
Tote Zonen im Golf von Mexiko
Mehr als 200 Gebiete auf offener See zählen schon zu den so genannten "toten Zonen". Wegen des extrem hohen Eintrags von Nährstoffen, meist aus der Landwirtschaft, wird der Sauerstoff fast vollständig aufgezehrt und fehlt den Meeresbewohnern zum Leben.
Besonders bedrohlich entwickelt sich die Lage nun im Golf von Mexiko.
Wissenschaftler schlagen Alarm: Der Golf von Mexiko droht zu einer gigantischen "Todeszone" zu werden. Schuld an der Katastrophe ist Biosprit. Und auch in anderen Regionen der Welt führt die Nachfrage nach dem Biotreibstoff zu großen Problemen. Algenwüsten im Golf! Dort wo der Mississippi in den Golf von Mexiko mündet, herrscht der Tod. Keine Fische, keine Einzeller, keine Seekühe bevölkern den biologisch toten Mündungsbereich. Verantwortlich für dieses ökologische Desaster: der Biosprit. Der vermeintlich ökologisch korrekte Treibstoff wird in den USA vor allem aus Mais gewonnen, und der wird von den Farmern wie verrückt gedüngt.
Vor allem aus den Staaten, die Pflanzen zur Biosprit-Erzeugung produzieren, Illinois, Iowa, Nebraka und Wisconsin fließen Stickstoffverbindungen und Phosphate über den Mississippi in den Golf von Mexiko, wo sie das Wachstum der Algen verstärken. Wenn die Algen absterben und sich zersetzen, brauchen sie dafür Sauerstoff, der dann wiederum den Fischen fehlt.
Schon jetzt sei die "Todeszone" 20.000 Quadratkilometer groß. Das entspricht ungefähr der Fläche von Rheinland-Pfalz.
US-Senat forciert die Katastrophe
Die US-amerikanische Regierung strengt sogar den Ausbau der Biosprit-Produktion an. Bis zum Jahr 2022 sollen jährlich bis zu 136 Milliarden Liter Ethanol hergestellt werden. Gut 56 Milliarden Liter davon könnten aus Maisstärke produziert werden - mehr als dreimal so viel wie im Jahr 2006.
Nach Angaben der Biologin Maggy Nugues vom Bremer Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie könnte das aus dem Bohrloch sprudelnde Öl neben dem ökologisch wertvollen Mississippi-Delta auch das Korallenriff der Florida Keys erheblich schädigen. „Es könnte das ganze Ökosystem zerstören“, befürchtet die Korallenexpertin in einem Interview.
Radioaktiver Abfall und ÖL? (aus Wikipedia)
Im Dezember 2009 wurde der Öffentlichkeit bekannt, dass bei der Erdöl- und Erdgasförderung jährlich Millionen Tonnen radioaktiv verseuchter Rückstände anfallen, für dessen Entsorgung größtenteils der Nachweis fehlt.[8] Im Rahmen der Förderung an die Erdoberfläche gepumpte Schlämme und Abwässer enthalten NORM-Stoffe (Naturally occurring radioactive material), u. a. das hochgiftige und extrem langlebige Radium 226 sowie Polonium 210. Die spezifische Aktivität der Abfälle beträgt zwischen 0,1 und 15.000 Becquerel (Bq) pro Gramm. In Deutschland, wo etwa 1.000 bis 2.000 Tonnen Trockenmasse im Jahr anfallen, ist das Material laut der Strahlenschutzverordnung von 2001 bereits ab einem Bq pro Gramm überwachungsbedürftig und müsste gesondert entsorgt werden. Die Umsetzung dieser Verordnung wurde der Eigenverantwortung der Industrie überlassen, wodurch die Abfälle letztlich über Jahrzehnte hinweg sorglos und unsachgemäß beseitigt wurden. Es sind Fälle dokumentiert, in welchen Abfälle mit durchschnittlich 40 Bq/g ohne jede Kennzeichnung auf einem Betriebsgelände gelagert wurden und auch nicht für den Transport besonders gekennzeichnet werden sollten.[9]
In Ländern mit größeren geförderten Mengen von Öl oder Gas entstehen deutlich mehr Abfälle als in Deutschland, jedoch existiert in keinem Land eine unabhängige, kontinuierliche und lückenlose Erfassung und Überwachung der kontaminierten Rückstände aus der Öl- und Gasproduktion. Die Industrie geht mit dem Material unterschiedlich um: In Kasachstan sind weite Landstriche durch diese Abfälle verseucht, in Großbritannien werden die radioaktiven Rückstände in die Nordsee geleitet.[8][9] In den Vereinigten Staaten gibt es in fast allen Bundesstaaten aufgrund der radioaktiven Altlasten aus der Erdölförderung zunehmend Probleme. In Martha, einer Gemeinde in Kentucky, hat das Unternehmen Ashland Inc. tausende kontaminierte Förderrohre an Farmer, Kindergärten und Schulen verkauft, ohne diese über die Kontamination zu informieren. Es wurden bis zu 1.100 Mikroröntgen pro Stunde gemessen, so dass die Grundschule und einige Wohnhäuser nach Entdeckung der Strahlung sofort geräumt werden mussten.[10]
Wisst Ihr was Neues, finde nichts mehr Aktuelles im Google. In dem Forum vom wallercamp.de ist keine Rede vom Öl, die schreiben nur "Hallo, wir fahren jetzt los" und solche Sachen. Also entweder redet da keiner drüber oder es ist derzeit nicht so schlimm ??
In einem anderen Forum habe ich einen Bericht von einem Admin gefunden der vor Ort war:
Vor Ort Bericht zur Ölkatastrophe in Italien und Medienberichte!
Hingegen aller "verharmlosenden" Berichten der italienischen Behörden und der Presse, konnte ich vor Ort leider ganz anderes erfahren. Das Öl war tatsächlich nicht aufzuhalten! Es hat die Adria längst erreicht. Die italienischen Behörden haben total versagt und viel zu spät reagiert bzw. waren auf sowas in keiner Weiße vorbereitet. Firmen, die für solche Arbeiten wie Abpumpen von Öl spezialisiert sind, wurde zwar zur Stelle geordert, bekamen aber keine Order was genau zu tun sei. Die Absperrungen die an verschiedenen Stellen errichtet wurden, waren auf deutsch gesagt ein Schuß in den Ofen. Da es sich um Altöl handelte und die schwimmenden Sperren im Fließgewässer solche Mengen an Öl nicht aufhalten können (die Strömung drückte alles unter den schwimmenden Sperren hindurch), so verteilte sich das zähflüssige Öl (in etwa Nutella-Konsistenz) im ganzen Fluß und war durch die reißende Strömung auch am Wehr bei Cremona, wo man zwar etwas abpumpen konnte, letztendlich nicht aufzuhalten - und das an einer Stelle oder besser an DER Stelle überhaupt, wo man sich eigentlich viel versprochen hatte um der Lage Herr zu werden...
Nach Cremona bedeckte eine etwa 2 km lange Ölspur den wichtigsten Fluß Italiens, die sich unaufhaltsam gen Adria bewegte. Wasservögel wurden zu hunderten getötet bzw. krepierten jämmerlich durch das zähe Altöl, welches sie nahezu Bewegungsunfähig machte. Der fürchterliche Gestank des Wassers glich einer Dieselanlage. Auch bei Ferrara war keine Chance das inzwischen weit verteilte Öl, welches sich nicht mit Wasser bindet, aufzuhalten. Somit gelangte das klebrige Öl, zumindest das was nicht über die Strecke von 500 km am Ufer, an Pflanzen und auf dem Gewässergrund hängen blieb, letztendlich in das Delta und damit in die Adria...
Die italienischen Behörden gaben Entwarnung, es sei nicht so schlimm, da zu dieser Jahreszeit an der Adria im Bereich des Deltas sowieso kein Badetourismus zu erwarten sei...
In verschiedenen Bereichen an der Postrecke wurden die Einwohner in den ersten Tagen der Katatrophe alarmiert kein Leitungswasser zu trinken, inzwischen gab's Entwarnung. Die größte Sorge ist jedoch nach wie vor, wenn in diesen Tagen evtl. Hochwasser die Po-Auen überfluttet, dann sind auch viele landwirtschaftliche Anbauflächen für Ewigkeiten verseucht.
Was das Angeln angeht, so sagen einheimische Angler, die sonst täglich am Po ihrem Hobby nachgehen, dass dies wohl für eine ganze Weile erledigt sei. Das Wasser stinkt nach Diesel und so manche Fischarten werden sicherlich ungenießbar sein. Von toten Fischen ist lediglich in der Anfangsstrecke die Rede. Was für Folgen die ganze Geschichte jedoch tatsächlich hat, wird sich erst in den nächsten Monaten oder gar Jahren richtig zeigen.
Mich persönlich hat diese Umweltkatastrophe richtig wütend gemacht! Soviele Dinge sind da schief gelaufen. Es fängt bereits damit an, warum man über Jahre dieses Altöl einfach nur gelagert hat, anstatt es einer Entsorgung zuzuführen (Geldfrage?). Da die Raffinerie schon ewig stillgelegt war, wurden die Sicherheitsauflagen gelockert und es gab schon seit längerer Zeit keine ständige Rund um die Uhr Bewachung mehr (Geldfrage?). Mitarbeiter, die das Unglück entdeckten, gaben zwar einen Notruf, doch über Stunden erkannte niemand so recht den Ernst der Situation. Und nun wird alles verharmlost, unter den Tisch gekehrt, nichts ist passiert...
Es ist zum heulen, zum schreien, zum verzweifeln! Arme Welt, wie lange ersträgst du uns Menschen noch...
Quellenangabe und zur weiteren Recherche und Information
http://www.fischerforum.or.at/fischerforum.at/index.php?page=Thread&threadID=6640&pageNo=3 (Vor Ort Bericht Italien)
http://www.bild.de/BILD/news/2010/04/29/oelpest-im-golf-von-mexiko/so-schaedlich-ist-der-oelteppich-fuer-die-umwelt.html (Interview mit Nugues)
http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l
Aktualisiert (Sonntag, den 02. Mai 2010 um 11:25 Uhr)


